Herzlich willkommen. Schön, dass du dich für das Käthe-Loewenthal-Residenzprogramm interessierst.

Unser Programm richtet sich an Künstlerinnen*, die Mütter sind oder sich in einer pflegenden bzw. sorgenden Situation befinden. In diesen Phasen ist die Ausübung ihres künstlerischen Berufes besonders schwierig.

Diese Website gibt Einblick in die Idee und Motivation des Residenz, stellt die Namensgeberin, die Malerin Käthe Loewenthal vor und erzählt von der besonderen Atmosphäre der Insel Hiddensee zu der auch die Geschichte des Gäste- und Künstlerhauses Lietzenburg gehört.
Viel Freude beim Lesen und Schauen!

Warum eine Künstlerinnen* Residenz auf Hiddensee?

Die Insel Hiddensee war bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ein bedeutender Ort künstlerischer Avantgarde. 1919 gründeten die Malerinnen Henni Lehmann und Clara Arnheim den »Hiddensoer Künstlerinnenbund«, der bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten bestand. Der künstlerischen und solidarischen Gemeinschaft schlossen sich zahlreiche weitere Künstlerinnen an. Mit einer eigenen Galerie im Inselort Vitte schufen sie Sichtbarkeit und Selbstbestimmung – und waren damit ihrer Zeit weit voraus.

Das Käthe-Loewenthal-Residenzprogramm knüpft daran an und führt diese Tradition aus feministischer Perspektive fort. Unsere Namensgeberin der Residenz, Käthe Loewenthal, war ebenfalls Mitglied des Künstlerinnenbundes.

Feministische Kunst verbindet Sorgearbeit, Alltag und Kultur

Viele Künstlerinnen* mit Kindern bringen Care-Themen, Mutterschaft und Alltagsfragen in ihre künstlerische Arbeit ein – das ist ein neues, reflektiertes Thema. Wir möchten zeigen, dass sich künstlerische Praxis und Sorgearbeit nicht ausschließen – im Gegenteil, sie bereichern die Gemeinschaft und die Wahrnehmung von Arbeit, Familie und Kreativität.

Residenzdurchgang 2026

Von Mitte Januar bis Mitte März waren insgesamt 9 Künstlerinnen (mit zusammen 17 Kindern und 6 Enkelkindern) als Stipendiatinnen und Residentinnen zu Gast im Käthe-Loewenthal-Residenzprogramm. Mit unterschiedlichsten Themen – von Video bis Frottage und Monografie – entstanden Arbeiten, die die Insel auf eigene, der Vielfalt der Techniken entsprechende Weise, spiegeln.

Künstlerinnen*residenzen und Künstlerhäuser

Residenzen während und nach der Zeit der Care-Verpflichtung sind unerlässlich, denn sie ermöglichen es der Künstlerin* an einem „geschützten“ Ort, in einem organisierten künstlerischen Rahmen, sich neu zu definieren, neue Formen der künstlerischen Produktion, oder der Partizipation zu erarbeiten.

Artist-in-Residence-Programme ermöglichen es Künstler*innen, temporär Raum und Zeit abseits ihrer üblichen Umgebung und Verpflichtungen zu haben. Sie können Orte für kritisches Denken und künstlerisches Experimentieren sein. […] Die Vernetzung von Künstler*innenresidenzen und Künstler*innenhäusern sowie die Existenz von Freiräumen und sicheren Orten für Künstlerinnen* sind nach wie vor von großer Bedeutung.

Zitat IGBK e.V. zum Thema Residenzen

Boddenblick, Aquarell, 48 x 45 cm, 1922
Haus Lietzenburg – Eingang und Terrassen, Südseite